24 Apr

Maria Scrivan: „Nicht genug“

Unsere Kinderbuchfrauchfrau Ulla stellt euch ja immer mal wieder gute Kinderbücher vor, zum Beispiel die Frau-Honig-Reihe von Sabine Bohlmann. Heute hat sie einen anderen Tipp im Gepäck: Nicht genug – ein Buch, das Mut macht! (Altersempfehlung: Für Kinder ab 8 Jahren)

Was denken die anderen über mich? Bin ich gut genug in Sport? Kann ich gut genug singen? Mögen mich die anderen?

Diese und ähnliche Fragen stellen sich Kinder häufig. Maria Scrivan zeigt im Comic-Buch „Nicht genug“ (im Original viel treffender „Nat enough“) auf sehr einfühlsame und gleichzeitig unterhaltsame Art wie Natalie sich diese Fragen stellt, an sich selbst zweifelt, sich verstellt, um anderen zu gefallen, echte Freunde findet und es schließlich schafft, sie selbst zu sein, ohne darüber zu grübeln, was andere von ihr halten.

Unsicher

Als Natalie nach den Ferien in eine neue Schule kommt, will ihre beste Freundin Lilly plötzlich nichts mehr von ihr wissen und so fragt sich Natalie, ob sie gut genug ist. Lilly will nur noch mit den coolen Kindern befreundet sein und ist ziemlich gemein zu Natalie – um genau zu sein, war sie auch vorher nicht immer nett zu Natalie. Doch für Natalie zählt nur eins: Sie will Lilly als Freundin zurück. Und so konzentriert sie voll und ganz darauf cooler zu werden, um Lilly zu gefallen.

Dabei merkt sie erst gar nicht, dass sie zwei neue Freundinnen findet, die Natalie genauso mögen, wie sie ist. Eine Theateraufführung scheint Natalies Glaubenssatz „Ich bin nicht gut genug“ noch zu bestätigen. Sie bekommt „nur“ eine kleine Nebenrolle und stolpert noch dazu während der Aufführung, was ihr fürchterlich peinlich ist. Ihren beiden neuen Freundinnen ist das egal. Sie halten zu Natalie und ermutigen sie, sie selbst zu sein.

Sicher werden

Als sie in der Schule eine Arbeit zum Thema „Ein Tag im Leben“ erstellen soll, merkt Natalie, dass sie ständig daran denkt, was sie nicht kann und nie daran, was sie gut kann. Da beschließt sie für diese Arbeit eine Geschichte zu zeichnen. Zeichnen ist ihre Stärke. Das kann sie so gut, dass die Lehrerin kaum glauben kann, dass sie ihre Arbeit in der kurzen Zeit tatsächlich fertigstellen konnte. Ihre Lehrerin und die Mitschüler bewundern Natalies gezeichnete Geschichte sehr. Das gibt ihr Selbstvertrauen und sie reicht ihre Geschichte bei einem Wettbewerb ein. Sie macht aus ihren Bildern einen Comic, der am Ende den ersten Preis gewinnt. Als Lilly nun wieder Interesse an Natalie zeigt, weiß diese, wer ihre echten Freunde sind.

Ein wundervolles Buch, das wir kaum aus den Händen legen konnten. Es hat meiner Tochter Mut gemacht, die sich selbst in Natalie wiedererkannt hat und die nun ihr zeichnerisches Talent selbst wertschätzen kann.