20 Okt

Kinderleben in Geschenkeflut – und dann auch noch 24 Adventskalenderpäckchen?

Ostern, Geburtstag, Nikolaus, Weihnachten, Namenstag, Kindertag, Zahnfee, Windelfee, Geschwistergeschenke, Schnullerfee, Einschulung, Adventskalender…

Eltern, Großeltern, Tante, Onkel, Paten, der Herr im Bäcker, die Frau an der Wursttheke, die Nachbarin, die Freunde, der Baumarkt, die Kinderärztin, der Augenarzt, der Getränkemarkt, die Apothekerin, der Kindergarten, die Schule, der Hobbykurs…

Es gibt hunderte Anlässe, zu denen Kinder Geschenke bekommen, und etliche Leute, die ihnen gerne welche machen, oder Orte, an denen sie etwas zugesteckt bekommen.

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05 Okt

Christian Hanne: „Papa braucht ein Fläschchen“

Das neue Buch von Christian Hanne ist ein echter Geniestreich aus Bindungsträumersicht: Ein:e Käufer:in und Selbstleser:in oder aber ein:e Schenkende:r erwartet wahrscheinlich ein lustiges bis vielleicht auch etwas zotiges Väter(Männer-)buch. Schenkelklopfer, Klagen über das anstrengende Kind, Sprüche auf Kosten der Mama?!? Nee, nee, da kennt man den Autor aber schlecht.

Hinter „Papa braucht ein Fläschchen. Überlebenstipps fürs erste Jahr als Vater“, dem Nachfolger von „Hilfe, ich werde Papa. Überlebenstipps für werdende Väter“ (vorgestellt in diesem Blogbeitrag; beide arsedition), steckt ein echt schöner beziehungsorientierter Ratgeber, der die neuesten Erkenntnisse berücksichtigt und als Basics aktuelle Ratschläge vermittelt, die ein Elternteil im ersten Lebensjahr des Kindes benötigt.

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22 Sep

Stefanie Rietzler & Fabian Grolimund: „Lotte träumst du schon wieder?“

„Lotte, träumst Du schon wieder“ ist ein Vor- und Selbstlesebuch für verträumte Grundschulkinder und ihre Eltern von Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund – beides Psycholog:innen, die sich besonders im Lerncoaching engagieren und dabei immer einen bindungsorientierten, liebevollen Blick auf Kinder einnehmen. Die Hauptfigur des Buches, das zehnjährige Hasenmädchen Lotte, trödelt und träumt, hat Ängste und stößt auf Herausforderungen, besonders im Schulalltag. Damit trifft sie auf Situationen, die etliche Kinder und Eltern kennen. Die Lektüre des Buches macht einerseits einfach als Geschichte wahnsinnig viel Freude, lässt die Leser:innen mitfühlen und -fiebern (und ist damit ein großartiges Buch für alle Bindungsträumer:innen), aber andererseits kann das Buch auch verträumte, schüchterne Kinder dabei unterstützen, Strategien zu finden, um ihr Temperament besser zu händeln.

Die beiden Autoren Stefanie Rietzler und Fabian Grolimund haben mir einige Fragen zu „Lotte“ beantwortet:

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20 Sep

„Die haste aber gut hingekriegt!“

„Die haste aber gut hingekriegt!“ – ein Satz, der erst einmal gefällt. Aber wann wird er zu einem Elternteil gesagt? Zum Beispiel nach dem gelungenen Schulabschluss eines Kindes, wenn die 5-jährige sich überschwänglich und mit gewählen Worten beim Opa für ein Geschenk bedankt, der 8-jährige ohne Aufforderung den Tisch abräumt, der 13-jährige eine Tanzperformance gezeigt hat… Jaaaa, da kann man stolz sein!

Kann man, darf man. Sich freuen. Übers Kind.

Aber ich sehe auch, dass das zum einen oft gesagt wird, wenn eine gesellschaftlich anerkannte Leistung gezeigt wird, oder aber wenn eine Anpassung an Konventionen erfolgt. Beides an sich ist auch erst einmal nicht Negatives. Vor allem wenn Leistung oder Anpassung nicht aus Druck und Zwang heraus erfolgt sind, sondern durch Empathie, Mitgefühl, Offenheit, Sicherheit oder aber auf Grund von gesunder Individuation – weil es immer schon so im Kind steckte.

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14 Sep

Neunmalklug macht gefühlssicher!

Meine liebsten Kinderbücher sind lustige oder aber gefühlvolle. Denn beides ist beim gemeinsamen Lesen ein Gewinn. Zusammen lachen verbindet, gemeinsam einfühlen auch – und es macht uns stark, zugänglicher zu unserem eigenen Gefühlsleben. Lektüre und Gespräche dazu schenken den Kindern Worte für das, was sie spüren.

Ganz wunderbar umgesetzt ist das in meinen Augen in den Büchern von Sarah Roller (Autorin) und Tina Nagel (Illustratorin) aus dem Neunmalklug Verlag.

In „Flieg, kleiner Drache“ zieht ein Kind mit seinem Opa los zum Drachensteigenlassen, erlebt aber neben Spaß und Gemeinschaft auch eine Herausforderung, als der Wind den Drachen in einen Baum zerrt. Ärger und Frust haben Raum, Tränen dürfen sein und finden einen Tröster und schließlich kann der Drache gerettet werden. Außerdem erleben die beiden Protagonisten noch viel Herbsttypisches nebenbei und entdecken Welt und Tiere – wobei die Leser gleich mitentdecken können, vom Eichhörnchen über Kürbisse bis hin zum Igel(-näschen).

In „Schwimm, kleines Boot (Wut darf sein)“ geht ein Kind mit der Großmutter auf Tour, und zeigt sehr deutlich, dass es in der Autonomiephase steckt. Auch hier dürfen Gefühle sein, werden begleitet und sogar besprochen. Die Leser können schon allen anhand der tollen Mimik des Kindes in Gespräche über Emotionen finden , und nebenbei ist wieder viel Raum für Naturentdeckungen auf den liebevollen Zeichnungen.

Was die Bücher für mich besonders macht, sind nicht nur die guten Inhalte, nämlich dass alle Gefühle okay sind, sondern auch die Aufmachung: die Illustrationen sind nicht zu viel und nicht zu wenig, ganz, ganz warm und sicher sowohl für Kleine als auch Große ansprechend, und der Neunmalklug verlagt wirbt außerdem mit dem Slogan „Bunte Geschichten in Grünen Büchern“. Dies meint klimapositives Drucken bis hin zu Kompostierbarkeit! Und ja: das hat seinen (gerechtfertigten) Preis.

Beide Bücher eignen sich ab 2 Jahren, und es gibt dort noch viel mehr gute Geschichten. Schaut Euch mal um!

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29 Aug

Bindungsträumer laufen nicht mit Nazis

Jede Sorge verdient es, ernst genommen zu werden. Menschen haben Ängste, Menschen kämpfen für sich und ihre Kinder.
Aber wir sollten uns dabei nie gemein machen und zusammen Schulter an Schulter laufen mit Personen, die klar faschistisches, nationalsozialistisches oder ähnlich diskriminierendes Gedankengut leben und weitertragen.

Es muss andere Wege geben, besonders für Bindungsträumer:innen!
Lasst Euch nicht missbrauchen und vor falsche Karren spannen.

Wir zitieren aus unserem Manifest:
„(…) Wir sehen es [Attachment Parenting] viel mehr als Grundhaltung, nicht nur dem eigenen Kind, sondern allen Menschen gegenüber. Bindungs(t)räume steht für einen Umgang miteinander auf Augenhöhe und in Gleichwürdigkeit. Wir distanzieren uns ausdrücklich von jeder Form von Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sowie Intoleranz gegenüber Homosexualität und Randgruppen.“

 

26 Aug

„Du musst konsequent sein!!“

Vor Kurzem traf ich auf Twitter auf diese Frage: „Was bedeutet Konsequenz für euch? Seid ihr konsequent?“ Sie war ganz offen gestellt, könnte also auch von jemandem beantwortet werden, der dabei ans Fleischessen, frühes Zubettgehen oder tägliches Beten denkt. Aber ich als Mama und pädagogischer Coach hatte als erstes natürlich nur den einen Gedanken: Es geht hier ums Erzieherverhalten.

Woher kommt diese prompte, klare Assoziation?

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24 Aug

Béa Beste: „Erziehen ist ein Kinderspiel“ – ein echtes Bindungsbuch!

WOW! Ich habe „Erziehen ist ein Kinderspiel“ von Béa Beste (Trias Verlag) von vorne bis hinten verschlungen und bin tief beeindruckt. Davon muss ich unbedingt erzählen, aber das wird gar nicht so leicht, denn das Buch ist so ausführlich und umfassend… Ich versuche, das möglichst gut hier aufzuführen, aber zunächst hilft vielleicht erst einmal eine Einordnung: Was ist das denn für ein Buch?

„Erziehen ist ein Kinderspiel“ klingt in einigen Ohren vielleicht erstmal frech oder gar beleidigend. Ein Kinderspiel?? Ist es doch gar nicht!! Elternsein ist doch immer wieder so fordernd und anstrengend.

Und in anderen Ohren klingt es altmodisch bis autoritär: Erziehen? Wollen wir nicht endlich von Begleiten und Beziehung sprechen?? Weiterlesen

21 Aug

Lieblingsbücher zu BEziehung!

Ich weiß, viele von Euch lesen genau so gerne Bücher aus der Welt der Bindungen und Beziehungen wie ich. Weil sie uns Impulse geben, die den Alltag leichter machen. Weil sie uns helfen, Glaubenssätze aufzudecken, die in unseren Köpfen und Bäuchen stecken und uns den Umgang mit unseren Kindern oder auch anderen Mitmenschen erschweren. Weil sie uns Argumente liefern, damit wir anderen gegenüber dafür einstehen können, warum unser Weg so aussieht wie er aussieht. Weil wir dann mit starkem Rücken besser erklären können, dass unsere Begleitung alles andere als Larifari, unengagiertes Herumeiern und antiautoritäres Vernachlässigen ist.

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20 Aug

„Mit besonderen Bedürfnissen“ in die Welt!

Als ich zur Schule ging, habe ich die Vokabel „disabled“ für „behindert“ gelernt. Gestern sollte ich meinen Sohn in Englisch abfragen, und in seinem Buch steht stattdessen der Ausdruck „with special needs“. Das brachte mich zum Nachdenken und nachlesen. Wie in vielen Bereichen gibt es auch hierzu spannende Diskussionen: Was ist der passende Asudruck? Was beschreibt das Gemeinte treffend, ohne verletzend zu sein? Sind alle Gemeinten miterfasst?

Handicapped, physically challenged, people with disabilities, mentally challenged – etliche Ausdrücke sind mir da begegnet, wurden mir Pro und Contra betrachtet, und die Diskussion will ich hier gar nicht weiterführen. Mir blieb einfach das „with special needs“ so hängen – mit besonderen Bedürfnissen.

Warum?

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