10 Aug

Danielle Graf und Katja Seide: „Das Geschwisterbuch“

(Vorwort: Jaja, eigentlich heißt das Buch, von dem ich berichten möchte, „Das gewünschtestes Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn. Das Geschwisterbuch“, aber wer will so eine lange Überschrift, und außerdem reicht bei anderen Büchern auch die kurze Version, um zu wissen was gemeint ist: DAS SCHLAFBUCH kann ja zum Beispiel eigentlich nur „Schlaf gut, Baby!“ meinen.)

Ich durfte bereits „Das Geschwisterbuch“ von unseren Vereinsmitgliedern Katja und Danielle (Beltz Verlag) lesen und habe dies mit den Augen der Familienberaterin getan sowie mit dem Blick als Mama.

sAchtsam Hummel liest

Die Familienberaterin in mir sagt kurz und knapp:

„Das Buch ist ein Geschenk!“

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09 Aug

Nora Imlau: „Mein Familienkompass“

Hast Du Dir schon mal überlegt, warum Du bei Bindungsträume im Blog liest? Wieso Dir Eltern-Kind-Bindung so wichtig ist, dass Du Accounts zum Thema folgst und in Gruppen bist, die sich damit befassen?

Warum verbringst Du nicht genauso viel Zeit in Foren mit dem Titel „Wie putze ich mein Badezimmer richtig?“ oder „Butter flott selbstgemacht!“?

Die naheliegenden Antworten wären beispielsweise, weil es um Menschen geht – auch noch um Dein Kinder. Weil da Liebe ist. Individueller wäre eventuell noch „weil ich so lange auf unser Wunder gewartet habe“ oder vielleicht auch „weil mit mir als Kind so schlecht umgegangen wurde“.

Doch das geht noch viel tiefer.

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08 Aug

Pubertät x 2 – Teeniegeschwister im Streit

Wenn wir unsere Kinder beziehungsorientiert beim Aufwachsen begleiten, gehört es auch dazu, dass jedes Kind für sich gestärkt wird in seinen Bedürfnissen und Leidenschaften, um eine gesunde Persönlichkeistentwicklung durchlaufen zu können, sowie dass wir gemeinsam mit ihm gute Konfliktführung üben: den Blick auf Lösungen richten, Rederegeln finden, Pausen zulassen, Argumentation üben, den anderen ernst nehmen usw.

Mit diesen beiden Pfeilern (und mehr) als Basis sollten unsere Kinder stark in die Pubertät gehen im Bereich „Streitigkeiten“: Dispute mit Lehrern, Stress mit Freunden, Konflikte mit Fremden sollten sie also meist schon gut angehen und selbständig führen können. Und auch Geschwisterstreit, der unser Familienleben in den ersten Lebensjahren der Kinder oft übermäßig stark bestimmt und uns manchmal fast den Atem nimmt, sollte langsam weniger werden bzw. sinnvoller geführt werden können.

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06 Aug

Katja Seide & Danielle Graf & Günther Jakobs: „Baby ist da“

Geschwistereifersucht ist schon Thema, noch bevor es überhaupt ein zweites Kind in unserem Leben gibt: Wir sorgen uns, wie das alles werden soll zu viert. Für uns selbst, mit den Terminen und Verbindlichkeiten, mit den Alltagabläufen, dem Schlafen – und vor allem für unser erstes Kind, das dann großer Bruder oder große Schwester wird.

Texte, die uns Erwachsenen helfen, den Fokus richtig zu legen und unser Bestmöglichstes zu tun, damit unser erstes Kind sich sicher und geliebt fühlt (ohne Garantie, dass die Eifersucht nicht doch doll durchschlagen wird), gibt es viele; Kinderbücher, die einen beziehungs- und bedürfnisorientierten Blick haben und den Alltag realistisch, aber doch kindertauglich und auch noch warm zeigen, eher wenige. Oft sind sie für mich sehr „zeigefingerig“, theoretisch irgendwie. Man fühlt nicht mit bei der Lektüre.

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03 Aug

Mareike Engelke/Rike Drust: „Das Ei von Aua“

Poooooost! Und während ich noch begeistert den Buchumschlag befühle, der nicht nur wunderschön illustriert ist, sondern sich einfach auch total gut anfasst, steht schon unser Jüngster neben mir – in der Hand vier Förmchen für Wassereis. Er liest „Das Ei von Aua. Hä? Was ist das denn? Und wo ist das Ei?“

Weil ich schon ein bisschen über das Buch in meiner Hand gelesen hatte, zeige ich ihm den Eiswagen unten auf dem Cover auf dem man noch fast erkennen kann, dass dort mal „Das Eis von Aurora“ stand. Er versteht den Titel und amüsiert sich: „Können wir das gleich zusammen lesen? Aber erst musst Du mir mit dem Apfelsafteis helfen!“

Erst die Arbeit, dann das Vergnügen – voll clever von ihm, denn dann können wir das nachher schon schlecken.

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01 Aug

Gute Beziehung heißt „KONFLIKTFREI“??

Das Missverständnis begegnet mir immer wieder: Erwachsene versprechen sich von beziehungsorientierter Begleitung ihrer Kinder weniger Stress, Ärger, dafür ein harmonisches Familienleben. Wenn ich mich als Elternteil so reinhänge, ist das doch das Mindeste, was ich erwarten könnte?!

Aber dann wird dennoch ständig gestritten, laut geworden, Kinder werden als „dickköpfig“ empfunden, um die sich immer wieder alles drehen soll?!

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22 Jul

Ferdinand Saalbach: „Steine im Rucksack“

Im Folgenden teilen wir mit Euch einen Textauszug aus einer sehr bewegenden Autobiographie: im Buch „Steine im Rucksack“ beschreibt Ferdinand Saalbach seine Kindheit und Jugend sowie seine Entwicklung und Probleme, die aus den Erfahrungen dieser Zeit entstanden sind. Er erzählt nach, welche Versäumnisse und Fehler er an seinen Eltern wahrgenommen hat, wie er darunter litt und leidet, welche Hilfen er in Anspruch nehmen musste, um dennoch sein Leben leben zu können, und er lässt den Leser auch an der (jahrelangen) Auseinandersetzung mit seinen Eltern teilhaben.

Das Buch ist wahrlich keine leichte Kost (teilweise gibt es auch enstprechende Inhaltswarnungen für spezielle Kapitel), und als Leser bewegt man sich immer wieder zwischen den Polen „Das müssen die Eltern doch jetzt aber mal einsehen und mit ihrem Sohn an Lösungen arbeiten!“ und „Kritisiert er seine Eltern nicht zu sehr und sollte selbst etwas versöhnlicher auf sie zugehen?“  Gerade wenn man selbst eben die Kind- aber auch die Elternrolle kennt. Aber letztendlich sind es eben keine Kleinigkeiten, nichts einfach Verzeiliches. Es sind Wunden, teilweise üble. Und ein Sohn verdient zumindest das Anerkennen dieser! Wie oft sagen wir Bindungsträumer das: Die Gefühle (der Kinder) sind nicht immer nachvollziehbar, aber sie haben es verdient, dass wir anerkennen, dass sie da sind, und mit ihnen umgehen. Negieren ist keine Option!

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19 Jul

Aus dem Kurs ins Leben, ins Herz – Post für die Zukunft

Wenn jemand die Leitung eines Eltern-Kind-Kurses übernimmt, gibt es verschiedene Voraussetzungen, die erfüllt sein sollten, damit man möglichst viel mitnehmen kann:

  • Es ist es von Vorteil, wenn er Fachwissen mitbringt. Natürlich gibt es auch viele Mütter, die Kurse anbieten und vieles weitergeben können! Aber manchmal werden dabei nicht fundierte Inhalte vermittelt, weil eben Aus- und Fortbildung fehlen und bestimmte Aspekte nicht hinterfragt werden. Eine Pädagogin, eine Trageberaterin, eine Stillberaterin, jemand mit bindungsbasierter Ausbildung wird seine Fachgebiete in der Regel versierter und auch auf dem aktuellsten Stand vermitteln können als andere. Denn es ist eben nicht nur „Singen und Klatschen“: gute Eltern-Kurse sind neben Hebammenbetreuung und guter kinderärztlicher Versorgung sowie im Verlauf bindungsorientierter Außer-Haus-Betreuung wichtige Grundpfeiler einer guten Versorgung mit Informationen, Impulsen und auch Sicherheit und Rückenstärkung auf dem eigenen Weg als Elternteil.
  • Es ist von Vorteil, wenn die Leitung Empathie, Herz und Mitgefühl hat: für die Eltern und für die Kinder. Das wird ihr ermöglichen, die Gruppe gut zu leiten, sich in die Bedürfnisse und Sorgen der einzelnen, aber auch in die Gruppendanymik gut einzufühlen und Eltern sowie auch Kinder gut abzuholen und zu begleiten. Wer nicht spürt, wo Themen brenzlig diskutiert werden oder jemand niedergemacht wird, und wer nicht sieht, wenn Babys und Kleinkinder überfordert sind und Hilfestellungen, Ruhe, Rituale und ganz bestimmt keine Übergriffigkeiten und Stress brauchen, der wird keine nachhaltig schönen Kurszeiten schaffen können. Wer nur einen vorgekauten Stundenplan abhakt („Heute reden wir über Beikost!“), obwohl andere Themen akut viel mehr beschäftigen, holt die Eltern nicht ab.

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26 Jun

Christina Tropper und Alexander Smutni-Tropper: „Zwuderich der Unkürzbare“

Als ich die Post von Christian Hanne auspackte, der mir ein Kinderbuch für die Bindungsträume weitergeleitet hatte, war ich erst einmal überrascht: Das Format von „Zwuderich der Unkürzbare“ von Christina Tropper und ihrem Mann Alexander Smutni-Tropper (erschienen über epubli.de) sieht man nicht so oft bei Kinderbüchern. Es hat DinA4 Größe und ist eher ein Heft, aber mit festem Umschlag und ins Auge fallendem Cover!

Der gezeichnete Zwerg mit dem „echten“ Himbeerhut, den Nicole Baumann in einer Mischung aus Zeichnungen und Fotografien in Szene gesetzt hat, gewinnt sofort das Herz des Betrachters – eine Schale Früchte zur Lektüre wäre perfekt. Meine neben mir sitzende 13-jährige Tochter schaute sofort mit ins Buch, als ich das erste Mal durchblätterte und fragte begeistert, ob die Bilder zum Ausmalen gedacht seien. Explizit vermerkt ist das nicht, aber die Bilder und das Papier lassen Buntstifte sicher gut zu.

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25 Jun

Weg vom „damit aufhören“

Wenn unsere Kinder noch recht klein sind, vielleicht so um den ersten Geburtstag herum, fangen sie an, die Welt immer aktiver kennenlernen zu wollen. Ihre Mobilität wird größer und größer, und damit wächst auch die Möglichkeit, dass sie auf Gefahren treffen oder Dinge tun, die wir Großen aus anderen Gründen nicht gut heißen können.

In dem Alter und in der Zeit darauf ist uns oft klar, dass ein simples „Nein!“ nicht ausreichend ist. Die Kinder benötigen außerdem oft eine Begleitung, weil Wut, Frust oder Unsicherheit hochkommen, und ihnen hilft es, wenn sie von uns ein Alternativangebot bekommen. Das meint keine bloße Ablenkung, sondern wirklich ein Hinsehen: „Du möchtest so gerne an dem Stromkabeln herumknicken? Wir suchen Dir etwas ähnliches.“

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