05 Sep

Ich habe nicht aufgepasst!

„Nei‘! Lass! Nei‘!“ Unsere Tochter schimpfte im Nachbarzimmer mit ihrem großen Bruder. Wir sahen die beiden nicht, nahmen aber an, dass er sie – wie üblich – zankte, und riefen aus der Küche, er solle sie in Ruhe lassen, doch er entgegnete verzweifelt, das tue er nicht! Genervt stampften wir zu den Kindern – und entdeckten, was unser Sohn Großartiges tat: er hielt seine Schwester fest! Sie war nämlich auf die Fensterbank geklettert. Am Fenster, das wir offen gelassen hatten, sperrangelweit. In ihrem Kinderzimmer.

Sie war wieder hineingeschlüpft, das hatten wir gesehen; aber wir hatten nicht an das Fenster gedacht. Wir hatten einen schlimmen Fehler gemacht! Das hätte furchtbar ausgehen können.

Alle Familien, mit denen ich arbeite, alle Bekannten und Freunde, die ich schon kannte, als ihre Kinder im Baby- oder Kleinkindalter waren, haben mir irgendwann davon erzählt: Ihnen ist „etwas passiert“, ein Fehler unterlaufen, sie haben „nicht richtig aufgepasst“, das Kind hat sich verletzt, ist aus dem Bett gefallen, hat sich beim Krabbeln üben ganz schlimm den Kopf gestoßen, bei den ersten Schritten am Wohnzimmertisch entlang plötzlich den Kopf an der Tischplatte angeschlagen, oder – ganz furchtbar – ein Tasse vom Tisch gezogen und verbrüht. Oder oder oder.

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09 Mrz

Ich schäme mich so!

Eine liebe Freundin hat mir einen verzweifelten Hilferuf gesandt. Sie fühlt sich überfordert mit der neuen Situation als Mama von einem Baby und einem Kleinkind; sie weiß vom Kopf her ganz genau, wie sie mit ihrer großen Tochter umgehen möchte, aber es misslingt ihr manchmal. Sie ist immer wieder nicht die Mama, die sie sein möchte.

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31 Jan

Heute schon kooperiert?

Kinder sind Teamworker.
Sie wollen mit uns zusammenarbeiten, sich mit uns verbinden und kooperieren nur aus zwei Gründen nicht: sie sind damit überfordert oder wurden in ihrer Integrität verletzt.

(nach Katharina Saalfrank)

Oft ist am Abend einfach die Luft raus und Dinge wie Zähne putzen oder Umziehen werden zur Geduldsprobe.
In meinen Kursen und Beratungen veranschauliche ich den Eltern die Kooperationsbereitschaft immer mit einem Gefäß, das morgens randvoll ist mit vielen, vielen kleinen und auch größeren „Kooperationsbällen“. Und jedes Mal, wenn das Kind kooperiert (und das ist wirklich oft, wenn man genau hinschaut), kommt einer davon raus.

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