24 Jul

„WOW – MOM – Der Mama-Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind“ von Lisa Harmann und Katharina Nachtsheim

Bindungs- und Beziehungsorientierte Elternschaft geht immer von den Bedürfnissen des jüngsten Familienmitgliedes aus, aber legt Wert auf ausreichend Selbstfürsorge der Eltern, denn Benötigtes kann man nur geben, wenn man genug Kraft dazu hat. Gerade im ersten Lebensjahr eines jeden Kindes ist diese Balance eine Herausforderung. Dabei helfen möchte das Buch „WOW – MOM – Der Mama-Mutmacher fürs erste Jahr mit Kind“ von Lisa Harmann und Katharina Nachtsheim, den Betreiberinnen des Blogs Stadt – Land – Mama. Weiterlesen

01 Jul

Du sollst das Kind nicht vor dem Abend loben! – Nicht?!

Loben und Belohnen zu vermeiden ist einer der Allgemeinpläze, die mir immer wieder in der Zusammenarbeit mit bedachten, bindungsorientierten Eltern begegnen. Anders als das konsequente Vermeiden von Strafen lässt sich Belohnen aber differenzierter sehen.

Wie im Text „Belohnungssysteme gegen Wutausbrüche – Deckel drauf und gut?“ erklärt, ist das Ausloben von Lohn im Vorfeld und in Bezug auf einen Vorgang, den ein Kind gar nicht beherrschen kann und sollte, durchaus kritisch zu betrachten: beispielsweise setzt es unter Druck ein Eis o.ä. zu versprechen, wenn ein Kind den ganzen Tag lang nicht wütend wird, nicht haut, keinen Geschwisterstreit anfängt, nicht weint! Das kann und sollte nie ein Ziel sein in den ersten Jahren der emotionalen Entwicklung.

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23 Jun

Unerzogenes Leben – Selbstaufgabe?

Sind „unerzogen“, „nicht erziehen sondern das Kind begleiten“, und auch „Attachment Parenting“ wirklich einfach mit Chaos gleichzusetzen? Mit Selbstaufgabe der Eltern? Und schaffen sie die „Tyrannen“ von Morgen?

Wenn Dein Kind auf dem Sofa springt, und es ist okay für Dich (Hey, das ist eh oll. Oder hält es gut aus.), wenn Dein Kind mit Fingerfarbe auf die Wände malt, und es ist okay für Dich (Bunt ist schön!), wenn Dein Kind das Auto mit Sand aus seinem Schuh vollkippt, und es ist okay für Dich (Saugen wir nächstes Mal raus. Stört keinen!) – dann

  • kannst Du es ruhig so zulassen,
  • dann kannst Du das Kind es selbst sein lassen,
  • dann hat es genug Wurzeln bekommen, um sich frei für solche Wege entscheiden zu können,
  • dann bekommt es von Dir Begleitung und vor allem Flügel, m seinen Weg zu gehen,
  • dann stehst Du größer, liebevoll, weiser daneben, hast Dir alles gut überlegt und Ihr seid in guter Verbindung.

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27 Mai

Familiensonntage

Sonntag ist bei uns, wenn jeder macht, was er will.
Für mich bedeutete das gestern, vier Stunden lang den Garten auf Vordermann zu bringen. Das kleine Mildikind war immer mal mit draußen, half mal bei ihrem eigenen Beet mit, suchte mal nach den Überresten einer im vergangenen Jahr beerdigten Maus, saß mal vor dem Fernseher, kehrte mal die Terrasse. Ganz so, wie es ihr in den Sinn kam.
Manchmal unternehmen wir auch etwas am Wochenende, aber das entsteht spontan, je nach Laune und Wetter. Der Große ist eh froh, wenn er keine Verpflichtungen hat wie beim Papa und in der Schule, und bleibt am liebsten zuhause.

In meiner Kindheit waren vor allem die Sonntage immer Zwangsveranstaltungen. Gemeinsame Spaziergänge, gemeinsames Hof kehren und Laub rechen, gemeinsame Mahlzeiten. Dabei war da aber gar nichts mit Gemeinsam im Sinne von Miteinander, von Augenhöhe, von Kompromissen, von Lösungen finden. Der Vater wollte am Sonntag das nachholen, was er die restliche Woche versäumt hatte und schaffte es doch nie, schon gar nicht emotional, die Mutter legte sowieso immer deutlich mehr Wert auf Leistung als auf Bedürfnisse. Die Eltern bestimmten und wenn, wie so oft am Wochenende, der Haussegen schief hing, bestimmten sie indirekt auch was passierte, weil sie dann stundenlang brüllten oder schwiegen und wir Kinder uns selbst überlassen waren.

Als mein großes Mildikind noch ein Baby war, dachte ich noch, ich müsse mein Kind nur nicht schlagen, dann wäre ich schon eine gute Mutter. Wie viel da sonst noch dranhängt, was Kinder emotional noch alles brauchen, um glücklich groß zu werden, davon hatte ich damals noch keine Ahnung. Erst beim zweiten Kind landete ich dann auf dem bindungsorientierten Weg, las ein Buch nach dem anderen und wurde immer trauriger ob all dem, was mir selbst alles verwehrt blieb und was damals, abgesehen von der physischen Gewalt, sonst noch alles schief lief.

Dass die Kinder und ich so entspannte, verbindende Familiensonntage haben, ist das Ergebnis von jahrelangem Austausch mit Therapeuten, Freunden, Gleichgesinnten, von Selbstreflexion, Auseinandersetzung mit dem inneren Kind, Literatur, Fortbildung, von Anschauen und Loslassen.

Es ist Arbeit, viel Arbeit. Und es lohnt sich.

12 Apr

Blick nach vorn!

„Ich stecke fest. In diesem Alltag. Immer wieder Streit mit den Kindern. Ständig diese Wut. Ausraster, Brüller, Tober. Nichts wollen sie annehmen, obwohl ich es doch nur gut meine. Gestern war es so noch okay, heute ist genau dieser Weg absolut verkehrt. Ich werde beschimpft, ich werde gehauen, Sachen werden geworfen. Ich will das nicht. ICH WILL DAS NICHT!! Ich will meine Ruhe. Ich will, dass wir uns vertragen. Ich komme ihnen doch schon so oft entgegen, suche Kompromisse. Warum sind sie so zu mir??“

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10 Mrz

Energiesparfamilie

Warum gibt es eigentlich heutzutage nicht einfach nur schlichte Krabbelgruppen, „so wie früher“? Warum gibt es Elterncoachings, Kurse mit festen Inhalten rund um Bindung, Schlafen, Essen? Warum gibt es so viele Bücher für Eltern, Blogs, Aktionen, Vereine wie unseren?

Sind Kinder ein Projekt, ein Lifestyle? Wird Elternschaft total überhöht, haben alle Angst vor Fehlern? Wieso stecken wir da so viel Energie, Zeit und auch Geld rein? Wieso haben wir so viele Fragen – und so viel Unsicherheit?

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29 Jan

Deine Kinder sind also perfekt?

Wenn ich jemandem erzähle, dass ich als pädagogische Beraterin und Familienbegleiterin arbeite oder auch dass ich Elternkurse leite und Mitglied im Verein Bindungs(t)räume bin, kommt öfter mal die Aussage, dann müssten meine Kinder ja perfekt sein und immer brav – mit einem angeschlossenen Augenzwinkern und der Frage, ob ich sie nicht mal mitbringen und vorführen möchte, oder ob ich etwa Angst hätte, dass etwas schief laufen könne. Ja tatsächlich: so und ähnlich habe ich es oft gehört.

Dahinter steckt ein großes Missverständnis, das unbewusst in vielen Köpfen wohnt: man müsse nur die richtigen Verfahren kennen und anwenden, und dann würde alles wie am Schnürchen laufen. Dann würden gar alle nach der eigenen Pfeife tanzen. Margarinewebung. Friede Freude Eierkuchen. Keine Konflikte, kein Stress – keine sich wiedersetzenden Kinder.

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11 Jan

Sprache ist mächtig

„Wer hat wohl mehr Lust, sich zu engagieren? Der, den der Chef anbrüllt & niedermacht – oder der, mit dem sich der Chef hinsetzt & überlegt, was gut & schlecht gelaufen ist & was man wie ändern könnte? Und da schimpfst Du immer noch Dein Kind aus, im Glauben, dass das hilft?“

(Tweet von @hummelfamilie)

Dieser Tweet wurde von vielen so verstanden, wie er gemeint ist, aber etliche haben ihn auch diskutiert, und da der Inhalt uns Bindungsträumern wirklich wichtig ist, soll an dieser Stelle nochmal genauer darauf eingegangen werden.

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06 Jan

„Waren wir wieder zu laut, Mama?“

Eine dauerhafte Erkrankung ist für niemanden schön, weder für den Kranken, noch für die Angehörigen – aber eine besondere Herausforderung ist sie für Kinder, wenn ein Elternteil betroffen ist.

Ich habe drei Kinder und leide seit etwa 22 Jahren an starker episodischer Migräne. Am Ende der Pubertät fing es an, diffus, stark, häufig, fast jeden zweiten Tag.

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04 Jan

Bindung ist ein Gummiband

Bindung ist ein Gummiband: mal ganz kurz, vor allem am Anfang, wenn wir sie noch aufbauen; dann mehr wie eine ganz lange Schnur, wenn wir unsere Flügel austesten. Aber immer wieder zieht uns das Band zurück. Wir brauchen die Sicherheit, die Wurzeln. Wenn es gut geht, hält sie auf diese Weise ein Leben lang!

Wurzeln

und

Flügel

Halt mich, trag mich, geh nicht weg!

Oh, lass mich: Herumrollen ist lustig!

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