21 Feb

Anne Sophie Winkelmann „Machtgeschichten“

Wenn Ihr vielleicht schon „Erziehung prägt Gesinnung“ von Herbert Renz-Polster gelesen habt und nun fokussiert „Kindheiten wagen“ möchtet, und wenn eventuell auch noch „Seelenprügel“ von Anke Elisabeth Ballmann eine Eurer letzten Lektüren war, dann ist Euer Blick gerade vermutlich sehr darauf gerichtet, Eure Kinder zu stärken: für eine gute Zukunft, für einen Weg als mitfühlende Menschen, gegen psychische Gewalt in Institutionen oder anderen Umgebungen. Ich empfehle Euch – mit oder ohne Kenntnis der o.g. Bücher – hier unbedingt die „Machtgeschichten. Ein Buch für Kinder über das Leben mit Ewachsenen“ von Anne Sophie Winkelmann (erschienen im claus Verlag). Die Autorin Anne Sophie Winkelmann möchte Eltern und pädagogisches Personal erreichen sowie auch die Kinder selbst, und sie zeigt sehr wertschätzend und ohne erhobenen Zeigefinger sowie mit viel Verständnis für die Erwachsenen, wo überall Kinder eben immer noch psychischer Gewalt und ungleichwürdigem Umgang ausgesetzt sind (oft unbewusst und manchmal auch ungewollt).

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06 Feb

Wie sehe ich denn, ob es gut läuft?

Kennt Ihr das: wir leben beziehungsorientierte Elternschaft, geben ganz viel von uns, versuchen unsere Kinder gut zu sehen, bieten Kooperation an anstatt autoritär zu sagen, wo es lang zu gehen hat – und erwarten, vielleicht unbewusst, auch ein bisschen sowas wie Entgegenkommen?!

„Ich tu doch alles, also bitte verhalte dich, wie ich gesagt habe….Ich sehe ja, dass Du müde, hungrig, k.o. bist und heute schon gaaaaanz viel kooperiert hast, aber diese eine Situation jetzt – da kann ich erwarten, dass es klappt. Es ist mir ganz wichtig!“

Wir wollen das vielleicht gar nicht denken, aber erwischen uns doch, dass diese Erwartung in uns aufploppt – und reagieren entsprechend?! Weil wir uns so sehr nach Harmonie sehnen?!

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27 Nov

KON•SE•QUEN•ZEN

Wie oft wabert der Begriff „Konsequenzen“ durch Diskussionen rund um Erziehung, Kinder und Strafen. Warum wir Strafen für absolut schädlich in guten Eltern-Kind-Beziehungen halten, haben wir hier bereits erklärt. Aber was meint nun „Konsequenzen“ – und kann das was sein, was okay ist?

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13 Okt

Leonora Leitl: „Einmal wirst Du“

Wenn unsere Kinder klein sind, sind wir dicht an ihnen dran und haben viel Zeit und Gelegenheit, sie zu beobachten, mit ihnen zu sprechen und mitzubekommen, was bei ihnen so los ist. Der 500 m lange Heimweg vom Kindergarten dauert 2 Stunden, das Schnibbeln und Kochen mit ihnen fürs Mittagessen erst recht, der Rundgang durch Omas Garten auch – und sowieso die abendliche Einschlafbegleitung.

Da erfahren wir viel, können fragen oder von uns erzählen. Aber wenn unsere Kinder größer werden, werden solche Momente seltener. Sie sind selbständiger unterwegs, die gemeinsame Zeit schrumpft. Dabei ist es immer wichtig, in Kontakt zu bleiben und zu wissen, was beim anderen Thema ist.

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05 Jun

Die einfachste Beziehung – von Babyfallen und Lieblingskindern

Fast alle von uns, die mehrere Kinder haben, verraten hinter vorgehaltener Hand, dass sie manchmal ein „Lieblingskind“ haben oder dass es Zeiten gibt, in denen ihnen das eine Kind näher als das andere ist. Manchmal sind das sogar lange Phasen. Manchmal macht der Stress mit einem der Kinder sogar, dass wir uns die Babyzeit zurückwünschen oder sogar lieber noch ein neues, kleines Wesen, auf das wir uns konzentrieren können.

Ich glaube, das ist „normal“, menschlich, nachvollziehbar. Aber ich glaube auch, dass sich das negativ entwickeln kann – und wir deshalb genauer hinschauen sollten.

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28 Mai

Attachment Parenting in der Großfamilie? Unmöglich!!?

Ich werde häufiger gefragt, ob Attachment Parenting mit mehreren, also auch so richtig vielen Kindern in einer Großfamilie möglich sei. Drei, vier, fünf, sechs, sieben Kinder – wie soll das gehen?

Meist fragen Familien mit einem oder zwei noch sehr kleinen Kindern, die oft auch noch am Beginn ihres AP-Weges stehen, ihre Positionen suchen, ihre Haltung hinterfragen, Inspiration wünschen, sich viele Gedanken machen, nicht alles richtig erfassen können. Ich selbst habe ähnlich begonnen, bin meinem Herzen gefolgt, habe erst danach Begrifflichkeiten entdeckt. AP hielt ich erst für einen Katalog zum Abhaken: Familienbett, Langzeitstillen, Tragen… Doch mit dem Wachsen meiner Kinder und dem vermehrten Austausch mit anderen, inspirierenden Eltern, fand ich meine Definition:

Es geht gar nicht um das WAS, sondern nur um das WIE.

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28 Apr

Erzähl mir was! Verbinde uns.

Eine gute Bindung braucht gemeinsame Zeit, Nähe, Vertrautheit – und ebenso gemeinsame Lebensfreude, Lachen, Quatsch machen. Zusammen spielen ist toll: ich zeig Dir meine Welt, Du zeigst mir Deine; jeder denkt sich etwas aus und lässt es einfließen ins Tun. Zusammen erzählen ist genauso großartig – und funktioniert noch dazu überall.

Man kann IRGENDwas erfinden oder sich anleiten lassen von dem, was den Kindern wichtig ist, was sie gerade im Kopf haben oder sogar von Begriffen, die sie vorschlagen. Man kann etwas einbauen, was man selbst gerne den Kindern näherbringen möchte, aus dem Alltag, aus der eigenen Vergangenheit.

Es kann etwas Gefühliges sein, etwas Schönes – oder etwas ganz Abwegiges, unglaublich Lustiges. Eine Geschichte, in der Kinder Dinge dürfen, die sonst nicht so gerne gesehen sind. In der Erwachsene Sachen tun, die sie sonst eher nicht machen würden. Eine Erzählung, in der Wesen auftauchen, die es gar nicht wirklich gibt. Alles ist möglich – je abgedrehter (bei möglicher Vorstellbarkeit im Horizont des Kindes aber), desto lustiger.

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24 Feb

Denkst Du, Geben ist ein Tauschgeschäft?

Habt Ihr schon mal Vorwürfe zu hören bekommen, dass Ihr „zu nett“ zu Euren Kinder wärt? Sie toben und verweigern sich, motzen, flippen aus, und Ihr habt immer noch die Kraft, höflich, gelassen, bestimmt, aber liebevoll zu bleiben. Sie müssen überredet werden, im Alltag mitanzupacken, und trotzdem zollt Ihr ihnen Respekt und Dank, wenn sie es tun – und andere meinen, sie müssten das kommentieren oder von sich selbst berichten: Wenn meine Kinder so drauf wären, bekämen die überhaupt kein nettes Wort mehr von mir! Die sollen sich erstmal zusammenreißen, dann bin ich auch wieder höflich. Die sollen erstmal lernen, wie man miteinander umgeht, dann mache ich das auch respektvoll. Wie mit einem Erwachsenen.

Oder: Die sind doch noch klein. Die brauchen diese Art von Ansagen. Und sie müssen helfen. Ich mache ja auch alles für sie. Da braucht’s kein Danke. Höre ich ja auch kaum.

Es gibt Leute, die finden es bescheuert, dass ich mich bei meinen Kindern fürs Müllraustragen bedanke. Es gibt Leute, die finde ich bescheuert, sobald sie den Mund aufmachen.

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06 Jan

„Waren wir wieder zu laut, Mama?“

Eine dauerhafte Erkrankung ist für niemanden schön, weder für den Kranken, noch für die Angehörigen – aber eine besondere Herausforderung ist sie für Kinder, wenn ein Elternteil betroffen ist.

Ich habe drei Kinder und leide seit etwa 22 Jahren an starker episodischer Migräne. Am Ende der Pubertät fing es an, diffus, stark, häufig, fast jeden zweiten Tag.

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04 Jan

Bindung ist ein Gummiband

Bindung ist ein Gummiband: mal ganz kurz, vor allem am Anfang, wenn wir sie noch aufbauen; dann mehr wie eine ganz lange Schnur, wenn wir unsere Flügel austesten. Aber immer wieder zieht uns das Band zurück. Wir brauchen die Sicherheit, die Wurzeln. Wenn es gut geht, hält sie auf diese Weise ein Leben lang!

Wurzeln

und

Flügel

Halt mich, trag mich, geh nicht weg!

Oh, lass mich: Herumrollen ist lustig!

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