12 Apr

Blick nach vorn!

„Ich stecke fest. In diesem Alltag. Immer wieder Streit mit den Kindern. Ständig diese Wut. Ausraster, Brüller, Tober. Nichts wollen sie annehmen, obwohl ich es doch nur gut meine. Gestern war es so noch okay, heute ist genau dieser Weg absolut verkehrt. Ich werde beschimpft, ich werde gehauen, Sachen werden geworfen. Ich will das nicht. ICH WILL DAS NICHT!! Ich will meine Ruhe. Ich will, dass wir uns vertragen. Ich komme ihnen doch schon so oft entgegen, suche Kompromisse. Warum sind sie so zu mir??“

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29 Mai

Vom Abgrenzen und Nähesuchen

Mein Kind und ich hatten einen Streit. Nichts Großes. Man könnte auch eher Meinungsverschiedenheit sagen. Kurz vorm Zubettgehen. Wir diskutierten immer noch, als ich sie ins Bett begleitete, aber eigentlich war alles besprochen. Müde waren wir beide, brauchten Feierabend.

Sie setzte sich auf Ihr Bett, ihre Körpersprache sagte laut und klar: „Ich bin motzig. Ich brauche Abstand. Lass mich!“ Sie zog eine Grenze.

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04 Apr

Streiten braucht Zutrauen

Oh ja, Geschwisterstreit ist und bleibt ein Dauerbrenner. Dabei ist das gar nicht so ein isoliertes, katastrophales Thema, wie es vielen oft erscheint, weil es eine Zeit lang den Alltag so zu bestimmen scheint. Es gehört ganz allgemein zum Gebiet des Konfliktlösens und betrifft außer Geschwistern untereinander auch (Einzel-)Kinder mit Freunden, Kinder in Spielgruppen oder Betreuungseinrichtungen, Kinder in Auseinandersetzungen mit ihren Eltern oder anderen Erwachsenen – und auch uns Erwachsene, ganz ohne Kinder.

Streiten will gelernt sein! Streiten ist wichtig und sinnvoll. Wer nie streitet, lebt hoffentlich als Einsiedler irgendwo auf einer verwunschenen Insel, denn sonst ist es recht sicher, dass er in Beziehungen steckt, die unausgeglichen sind. Dauerhafte Harmonie und immer gleiche Wünsche und Bedürfnisse sind sehr unwahrscheinlich.

Streiten kann eine große Chance sein, für jede Beziehung – wenn man es richtig macht.

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02 Mai

Mach es wie ich! – Von wegen!

In vielen Gesprächen und Beratungen berichtet mir ein Elternteil davon, dass der Partner nicht genauso dem Kind begegnet, wie er selbst es tun würde. Meist ist der Berichtende derjenige, der mehr Zeit mit dem Kind verbringt, es tatsächlich oft besser kennt, besser versteht, sein Tun besser zu deuten weiß. Es wird dann mit dem unverstandenen Kind gelitten, gewünscht, es möge „einfach“ so agiert werden, wie man selbst es täte – gewünscht im Stillen oder auch laut ausgesprochen in der Situation, was (natürlich) häufig zum Streit führt.

Der andere ist gegenüber dem Kind und seinem Tun in diesen besagten Momenten manchmal einfach hilflos, versteht es nicht, hat regelrechte Fragezeichen in den Augen, einfach weil er weniger Zeit mit ihm verbringt und / oder weil er in der Bindungshierarchie auf dem zweiten Platz steht. Er probiert dann aus, begreift nicht, scheitert womöglich mit seinem Weg – wird manchmal vielleicht sogar sauer, laut, frustriert, unfair.

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