14 Sep

Neunmalklug macht gefühlssicher!

Meine liebsten Kinderbücher sind lustige oder aber gefühlvolle. Denn beides ist beim gemeinsamen Lesen ein Gewinn. Zusammen lachen verbindet, gemeinsam einfühlen auch – und es macht uns stark, zugänglicher zu unserem eigenen Gefühlsleben. Lektüre und Gespräche dazu schenken den Kindern Worte für das, was sie spüren.

Ganz wunderbar umgesetzt ist das in meinen Augen in den Büchern von Sarah Roller (Autorin) und Tina Nagel (Illustratorin) aus dem Neunmalklug Verlag.

In „Flieg, kleiner Drache“ zieht ein Kind mit seinem Opa los zum Drachensteigenlassen, erlebt aber neben Spaß und Gemeinschaft auch eine Herausforderung, als der Wind den Drachen in einen Baum zerrt. Ärger und Frust haben Raum, Tränen dürfen sein und finden einen Tröster und schließlich kann der Drache gerettet werden. Außerdem erleben die beiden Protagonisten noch viel Herbsttypisches nebenbei und entdecken Welt und Tiere – wobei die Leser gleich mitentdecken können, vom Eichhörnchen über Kürbisse bis hin zum Igel(-näschen).

In „Schwimm, kleines Boot (Wut darf sein)“ geht ein Kind mit der Großmutter auf Tour, und zeigt sehr deutlich, dass es in der Autonomiephase steckt. Auch hier dürfen Gefühle sein, werden begleitet und sogar besprochen. Die Leser können schon allen anhand der tollen Mimik des Kindes in Gespräche über Emotionen finden , und nebenbei ist wieder viel Raum für Naturentdeckungen auf den liebevollen Zeichnungen.

Was die Bücher für mich besonders macht, sind nicht nur die guten Inhalte, nämlich dass alle Gefühle okay sind, sondern auch die Aufmachung: die Illustrationen sind nicht zu viel und nicht zu wenig, ganz, ganz warm und sicher sowohl für Kleine als auch Große ansprechend, und der Neunmalklug verlagt wirbt außerdem mit dem Slogan „Bunte Geschichten in Grünen Büchern“. Dies meint klimapositives Drucken bis hin zu Kompostierbarkeit! Und ja: das hat seinen (gerechtfertigten) Preis.

Beide Bücher eignen sich ab 2 Jahren, und es gibt dort noch viel mehr gute Geschichten. Schaut Euch mal um!

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14 Jun

Ich bin hier und fühle was! – Mit Kindern über Gefühle und Selbstwahrnehmung sprechen

Gemeinsames Lesen schweißt zusammen, weil es so schöne Momente kreiert. Aber Bücher können noch viel mehr: Man reist als Team im Kopf durch die Geschichten, begegnet neuen Wörtern, erkennt sich vielleicht wieder, stößt auf Fragen, die man stellen mag und vieles mehr.

Der Tyrolia-Verlag hat uns auf unsere Bitte hin drei besondere Bücher zugesandt, die solche Eltern-Kind-Momente ermöglichen und die kleinen Menschen dabei unterstützen, sich selbst in der Welt zu positionieren sowie formulieren zu können, was sie fühlen , was sie brauchen, was sie stört. – Diese Geschichten möchten wir Euch ans Herz legen, weil sie auf verschiedene Arten anregen, mit Euren Kindern zu sprechen und sie zu stärken.

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27 Nov

KON•SE•QUEN•ZEN

Wie oft wabert der Begriff „Konsequenzen“ durch Diskussionen rund um Erziehung, Kinder und Strafen. Warum wir Strafen für absolut schädlich in guten Eltern-Kind-Beziehungen halten, haben wir hier bereits erklärt. Aber was meint nun „Konsequenzen“ – und kann das was sein, was okay ist?

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03 Okt

Angstmachen

„Schade, dass ihr mich nicht mehr liebt“, flüstert der 4jährige.

Wie er darauf komme, frage ich ihn und belehre ihn sofort eines besseren.

„Im Kindergarten haben die gesagt, 4jährige die weinen, hat keiner lieb“

@frolleindropje, Twitter

Was??

Twitter reagierte größtenteils sprachlos oder mitfühlend, teilweise aggressiv auf diese Schilderung einer kurzen Begebenheit aus einem Kindergartenkind-Leben. Mir fehlten auch erst die Worte. Dann kam die Wut. Dann: das Bedauern.

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09 Mai

Wenn der große schwarze Vogel kommt

Wenn der große schwarze Vogel kommt, erdrückt er langsam, aber unausweichlich alles was er kriegen kann.
Er sitzt auf meiner Brust, schwer wie ein Felsbrocken. Eingeladen hat ihn die Angst, meine Angst, die mich schon mein ganzes Leben lang begleitet.

Diesmal bleibt er so hartnäckig und lange sitzen, eigentlich ist er seit Monaten schon da, fliegt nur manchmal kurz weg, lässt mich Luft holen und macht sich dann wieder breit, schwerer als je zuvor.

Und dann möchte ich mich verkriechen, nichts mehr machen müssen und mache auch kaum noch etwas. Habe keine Kraft mehr für die banalsten Dinge, Termine vereinbaren, Rechnungen bezahlen, Rechnungen erstellen, Nachrichten beantworten, Kurse planen, alles Dinge die ganz einfach sind, die wichtig sind, die mir im Grunde auch leicht von der Hand gehen, wenn ich mich dazu aufraffen kann. Aber ich schaue nur blöde auf den Rechner und auf den Stapel Papiere daneben und schaffe es nicht, ich schaffe es einfach nicht und boykottiere mich damit selbst.

Es ist ein Gefühl wie dieser Moment, wenn man fast weint, aber eben nur fast, und das die ganze Zeit.
Es ist ein immer wiederkehrendes Aufraffen, ein Weitermachen, ein endloses Aneinanderreihen von Tagen, ein Aushalten, ein Warten.

Jede Zeile fällt schwer, jedes Wort, den Stift zu halten und zu bewegen fällt schwer, und doch, heute gelingt es. Heute ist ein guter Tag, deshalb.
Heute kann ich diesen Text schreiben.
Und mich zeigen.

28 Apr

Erzähl mir was! Verbinde uns.

Eine gute Bindung braucht gemeinsame Zeit, Nähe, Vertrautheit – und ebenso gemeinsame Lebensfreude, Lachen, Quatsch machen. Zusammen spielen ist toll: ich zeig Dir meine Welt, Du zeigst mir Deine; jeder denkt sich etwas aus und lässt es einfließen ins Tun. Zusammen erzählen ist genauso großartig – und funktioniert noch dazu überall.

Man kann IRGENDwas erfinden oder sich anleiten lassen von dem, was den Kindern wichtig ist, was sie gerade im Kopf haben oder sogar von Begriffen, die sie vorschlagen. Man kann etwas einbauen, was man selbst gerne den Kindern näherbringen möchte, aus dem Alltag, aus der eigenen Vergangenheit.

Es kann etwas Gefühliges sein, etwas Schönes – oder etwas ganz Abwegiges, unglaublich Lustiges. Eine Geschichte, in der Kinder Dinge dürfen, die sonst nicht so gerne gesehen sind. In der Erwachsene Sachen tun, die sie sonst eher nicht machen würden. Eine Erzählung, in der Wesen auftauchen, die es gar nicht wirklich gibt. Alles ist möglich – je abgedrehter (bei möglicher Vorstellbarkeit im Horizont des Kindes aber), desto lustiger.

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15 Apr

Gegen den Hass! #niewieder

Irgendwann in der Mittelstufe, vielleicht in Klasse 8, hat es mich fürchterlich genervt, dass sich gefühlt jedes Gedicht, jedes Bild, jede Kurzgeschichte und jeder Roman auf den Holocaust bezogen. Ich kannte das Thema, meine Familie war politisch links von der Mitte und hat das nie ausgeblendet. Aber es war überall und kam immer so schuldbeladen daher. Was konnte ich denn dafür? Reicht es nicht auch mal?

Dann kam Rostock-Lichtenhagen am Ende des Sommers 1992. Ich war gerade 15 geworden, sah diese Bilder, hörte diese Menschen. Asylpolitik war in aller Munde. Überfälle, Bombendrohungen, Brandanschläge – Asylbewerber und die Gebäude, in denen sie lebten, waren nicht sicher. Es kam zu den Mordanschlägen in Mölln und Solingen. Tote auf Grund von rechtsextremer Gewalt! Viele Bands, v.a. aber Die Ärzte und Die Toten Hosen gaben uns mit „Schrei nach Liebe“ und „Willkommen in Deutschland“ die passenden Lyrics zu unseren Sorgen, unseren Gegenwehrgefühlen, unserer Abscheu gegen die Täter, und die örtliche Antifa holte uns ab mit wirklich guten (hier auch immer gewaltfreien!) Aktionen und Protesten, bot Austausch und Ideen.

Ja, mein Herz schlug da schon links. Ich war entsetzt! Ich las, hörte, redete, demonstrierte. – Und gut 20 Jahre später hatte ich kleine Kinder, die „Schrei nach Liebe“ mit mir hörten und Fragen stellten.

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15 Jan

Der sichere Hafen für unsere wütenden Matrosen

Ich weiß noch, wie ich mich gefühlt habe, als mein Kind mich zum ersten mal mit einem bitterbösen Wort betitelt hat und weggerannt ist. Eigentlich eher mich zur Hölle gewünscht hat. Und neue Eltern wollte. In mir tobte damals ein heftiger Kampf aus Verständnisaufbringen und Zutodebeleidigtsein.

Inzwischen weiß ich, dass eigentlich alle Eltern diese Momente kennen. Das Problem daran ist, dass bei etlichen das Beleidigtsein gewinnt. Sie nehmen das Gesagte persönlich. Sie nehmen ihrem Kind die gezeigte kalte Schulter, die Ablehnung übel.

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23 Nov

Entspannte Eltern haben … es gut!

„Entspannte Eltern haben entspannte Kinder“ ist sowas von gelogen!

Entspannte Eltern können alle möglichen Kinder haben. Das Temperament bringen die Kinder schon mit – egal, auf welche Eltern sie treffen.

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13 Aug

Ergebnisse – wir wollen Ergebnisse sehen!

Du versuchst, Deinem Kind bedürfnisorientiert zu begegnen, und hast die Erwartung, dass Euer Alltag sich immer weiter entspannt, Ihr Euch gut versteht, Harmonie immer mehr bei Euch einzieht – aber das ist gar nicht so?! Wutanfälle, weil die Treppe zu lang ist, die Radtour zu kurz, die Limo zu gelb, die Hausaufgaben zu doof? Beißattacken, während Ihr eigentlich nur ein Buch lest oder Du das gewünschte Mittagessen kochst? Du wirst angeschrieen, während Du den bestellten Pulli am Reißverschluss schließt oder Ihr im Lieblingsschwimmbad seid?

Immer wieder begegnen mir Eltern, die dann frustriert sind. Natürlich!

Natürlich?

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