20 Okt

Gastbeitrag: Frau Kleinkind geht ihren Weg

Immer wieder erleben wir Bindungsträumer Eltern, die unsicher sind auf ihrem bindungs- und beziehungsorientierten Weg. Weil das manchmal einfach hochkommt, weil der Weg so ein Probieren und schritteweises Tasten ist, weil ihr Umfeld sie verunsichert und ihnen „Schuld“ gibt für Verhaltensweisen ihrer Kiner, die gesellschaftlich teilweise nicht so erwünscht sind o.ä. Diese Eltern brauchen Rückenstärkung, die sie sich auf ganz unterschiedliche Weise suchen, die ihnen manchmal sogar einfach nur die Kinder selbst geben, und gehen ihren Weg dann relativ unbeirrt weiter, mit breitem Kreuz und großem Herz.

Eine Mutter, die auch manchmal verunsichert wurde und war, erzählt Euch von einem Erlebnis, das sie – mal wieder – in ihrem Weg bestärkt hat:

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14 Okt

„Ich will nicht mal aufs Klo gehen!“ – Buchpremiere „Babybauchzeit“

Es ist schummrig-gemütlich dunkelrot, die aufsteigenden Sitzreihen des kleinen Kinosaals sind gut gefüllt, Spannung liegt in der Luft. Man hört Popcorngeknabber und leise auch einige Actionfilmbässe aus dem Nebenraum. Auf der großen Leinwand lief soeben der wunderschöne Trailer zum Buch „Babybauchzeit“. Die Autorin und Hebamme Sabine Pfützner sitzt an einem kleinen Tisch unten vor der ersten plüschigen Stuhlreihe, der andere Part des Autorinnenduos, Fachjournalistin für Familienthemen Nora Imlau, ist nicht zu sehen. Plötzlich hört man ein imitiertes Telefonklingeln, Sabine nimmt den Hörer ab und meldet sich. Irgendwo aus dem Raum hört man ein zögerliches „Hallo…ich…hier ist Nora Imlau…und ich glaube…ich bin schwanger.“

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24 Sep

Ratgeber-Berge – Notwendig? Hilfreich? Gut?

In jeder Buchhandlung türmen sich die Ratgeber rund um Familie, Kinder, Schule, Pubertät, Achtsamkeit, Dialogführung, Schlafen, Regeln, Essen, Entwicklung, Babyaltern, Phasen… Und egal wie sicher oder unsicher sich ein Elternteil fühlt, egal für wie prima es sein Bauchgefühl hält, irgendwann greift fast jeder mal zu, blättert interessiert, liest hier und da oder saugt alles in einem Rutsch auf. Andererseits schimpfen stetig andere Eltern über diese unsäglichen Ratgeberberge und erzählen, dass sie die echt nicht nötig haben, denn mit Herz und Kopf ginge doch alles irgendwie.

Wie geht es Euch damit?

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25 Aug

Schublade auf – ARSCHLOCKIND – Schublade zu!

Immer wieder stolpere ich irgendwo über den Begriff „Arschlochkind“. Nutzt den ein Comedian, ist er vielleicht noch igendwie lustig; nutzt ihn jemand im Bekanntenkreis, weiß man, welche Art von Verhalten da besprochen wird. Aber eigentlich mag ich den Begriff „Arschlochkind“ nicht.

Denn er klingt so nach Schublade, legt ein Kind fest und ist ein ungerechfertigter Stempel, der nur nach oberflächlicher Betrachtung vergeben wurde.

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13 Aug

Ergebnisse – wir wollen Ergebnisse sehen!

Du versuchst, Deinem Kind bedürfnisorientiert zu begegnen, und hast die Erwartung, dass Euer Alltag sich immer weiter entspannt, Ihr Euch gut versteht, Harmonie immer mehr bei Euch einzieht – aber das ist gar nicht so?! Wutanfälle, weil die Treppe zu lang ist, die Radtour zu kurz, die Limo zu gelb, die Hausaufgaben zu doof? Beißattacken, während Ihr eigentlich nur ein Buch lest oder Du das gewünschte Mittagessen kochst? Du wirst angeschrieen, während Du den bestellten Pulli am Reißverschluss schließt oder Ihr im Lieblingsschwimmbad seid?

Immer wieder begegnen mir Eltern, die dann frustriert sind. Natürlich!

Natürlich?

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19 Jul

Flagge zeigen?!

Stellt Euch einen Weg vor, vielleicht einen Gratweg oben auf einem Berg. Ein bisschen ausgebaut und gesichert vom örtlichen Wanderverein, so dass es etwas Platz gibt, auch mal links oder rechts zu gehen – aber dann geht es steil bergab. Hier und da könnte man noch entlang und etwas klettern, aber an den meisten Stellen fiele man böse in die Tiefe.

Dort läuft Euer Kind. Ihr geht dahinter oder sitzt an einer Stelle und macht ein Päuschen. Euer Kind ist fit und satt und wach und probiert sich aus. Ihr kennt es und lasst das Experimentieren zu. Nach und nach wird das Ausprobieren aber riskanter, das Kind wird müde und unkonzentriert, hat Durst und stolpert.

Wie reagiert Ihr?

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12 Jul

„Toleranz kommt ja von Tellerrand!“

Eine benachbarte Familie hat zwei kleine Kinder, die man fast für Zwillinge halten könnte, so nah sind sie vom Alter her beinander. Die beiden sind sehr lebhaft, viel im Garten, so dass man viel von ihnen mitbekommt. Sie lachen, fragen, toben, wüten und reden, reden, reden. Pausenlos. Die Eltern sind unheimlich gelassen und verständnisvoll. Fast immer. Manchmal nicht.

Mein Mann und ich hören den beiden Kleinen unheimlich gerne zu, amüsieren uns über ihre Monologe und ihr Tun und finden sie einfach wunderbar. Wir haben auch leicht reden: wir haben sie nicht 24/7 in unserem Leben. Ihre Eltern können sie manchmal nicht so sehen, sind gestresst und wünschen sich wohl mal eine Pause von dem Redeschwall der Kleinen, die die Welt entdecken und alles kommentieren.

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09 Jul

Bist Du mein Freund?

Was macht einen guten Freund aus? Er ist ein Weggefährte, kann über die gleichen Dinge lachen, hört gut zu, verbringt die Zeit gerne ähnlich wie man selbst, spürt wie es einem geht, hat Ideen zur Abhilfe, wenn es mal nicht so rund läuft…

Und ein guter Freund, der einen wirklich richtig kennt, darf auch sagen, wenn er findet, etwas, das man tut, ist nicht okay, gefährlich, idiotisch. Opportunisten und Bewunderer sind uns keine Stütze. Kritik kann mal zu Denk- und Kontaktpausen führen, aber am Ende findet man in echter Freundschaft auch nach „Kopfwäschen“ wieder zueinander. Sie sollte ja hilfreich und nicht verletzend sein, und das erkennt man dann hoffentlich auch.

Freundschaft ist im Idealfall ein Geben und Nehmen ohne aufzurechnen, wer mehr für den anderen tut. Eine enge, intensive Verbindung. Eine Lebenshilfe. – Und Eltern-Kind-Beziehung: kann das auch eine Freundschaft sein?

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22 Jun

Nur 18 Sommer

Ich liebe meine Kinder. Ich bin glücklich, drei gesunde zu haben. Oft ist es anstrengend und echte Arbeit, aber es ist auch mein Leben, meine Familie, der Ort wo mein Herz schlägt.

Trotzdem freue ich mich über jeden Schritt, den die Kinder in die Selbständigkeit machen, und bin selten melancholisch wie andere Eltern, die jeder abgelegten Kleidergröße nachtrauern und Abschiede aus Spielgruppen, dem Kindergarten usw. echt wehmütig erleben. Ja, hier und da kenne ich das natürlich auch, aber meist freue ich mich auf das, was dann kommt, und über das, was alles schon möglich ist mit meinen großen Kindern.

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20 Jun

Ausgesondert und enttäuscht – dabei ist ein Miteinander ganz einfach!

„Er ist doch nur ein Kind!“

„Das vergisst sie doch eh ganz schnell wieder!“

„Ist egal – er ist ja noch so klein.“

„Das ist doch vollkommen unwichtig für sie.“

Kinder werden oft nicht für voll genommen, je kleiner, desto eher passiert das. Dabei können sie schon ganz viel spüren, sich merken und mitfühlen. Es kann ganz schön weh tun, wenn man als Elternteil erleben muss, dass sie übergangen werden, abgetan als „eh noch klein“. Rücksicht, Respekt, Hinschauen ist bei ihnen aber genauso angebracht wie bei Erwachsenen.

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