23 Jun

Unerzogenes Leben – Selbstaufgabe?

Sind „unerzogen“, „nicht erziehen sondern das Kind begleiten“, und auch „Attachment Parenting“ wirklich einfach mit Chaos gleichzusetzen? Mit Selbstaufgabe der Eltern? Und schaffen sie die „Tyrannen“ von Morgen?

Wenn Dein Kind auf dem Sofa springt, und es ist okay für Dich (Hey, das ist eh oll. Oder hält es gut aus.), wenn Dein Kind mit Fingerfarbe auf die Wände malt, und es ist okay für Dich (Bunt ist schön!), wenn Dein Kind das Auto mit Sand aus seinem Schuh vollkippt, und es ist okay für Dich (Saugen wir nächstes Mal raus. Stört keinen!) – dann

  • kannst Du es ruhig so zulassen,
  • dann kannst Du das Kind es selbst sein lassen,
  • dann hat es genug Wurzeln bekommen, um sich frei für solche Wege entscheiden zu können,
  • dann bekommt es von Dir Begleitung und vor allem Flügel, m seinen Weg zu gehen,
  • dann stehst Du größer, liebevoll, weiser daneben, hast Dir alles gut überlegt und Ihr seid in guter Verbindung.

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28 Mai

Attachment Parenting in der Großfamilie? Unmöglich!!?

Ich werde häufiger gefragt, ob Attachment Parenting mit mehreren, also auch so richtig vielen Kindern in einer Großfamilie möglich sei. Drei, vier, fünf, sechs, sieben Kinder – wie soll das gehen?

Meist fragen Familien mit einem oder zwei noch sehr kleinen Kindern, die oft auch noch am Beginn ihres AP-Weges stehen, ihre Positionen suchen, ihre Haltung hinterfragen, Inspiration wünschen, sich viele Gedanken machen, nicht alles richtig erfassen können. Ich selbst habe ähnlich begonnen, bin meinem Herzen gefolgt, habe erst danach Begrifflichkeiten entdeckt. AP hielt ich erst für einen Katalog zum Abhaken: Familienbett, Langzeitstillen, Tragen… Doch mit dem Wachsen meiner Kinder und dem vermehrten Austausch mit anderen, inspirierenden Eltern, fand ich meine Definition:

Es geht gar nicht um das WAS, sondern nur um das WIE.

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30 Okt

Gastbeitrag: Unsere Kiga-Eingewöhnung

Alle Eltern kennen diesen Zwiespalt bei der ersten Eingewöhnung: Man gibt sein Kleinkind im Kindergarten oder in der Kita zum ersten Mal für längere Zeit in die Obhut eines fremden Menschen. Wie soll man damit umgehen? Was macht das emotional mit einem? Erst recht, wenn das eigene Kind beim Bringen dann noch weint. Gleichzeitig ist dieser fremde Mensch in seinem Tun ausgebildet: Er hat jahrelange Erfahrung im Umgang mit Kindern, davor eine mehrjährige Ausbildung absolviert. Und trotzdem ist da die leise Stimme in einem selbst: Aber diese fremde Person kennt eben mein Kind nicht.

In diesem Beitrag erzählt eine Mutter von ihren Erfahrungen zum Thema Eingewöhnung. Und sie schildert diesen Ablauf bei ihrer Tochter, als diese im Freien Aktiven Kindergarten Stuttgart anfing. Genau so – und doch jedesmal etwas anders – laufen alle Eingewöhnungen im dort ab. Denn jede Eingewöhnung ist ein neues Abenteuer: für das Kind, die Eltern und die Begleiter.

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20 Okt

Gastbeitrag: Frau Kleinkind geht ihren Weg

Immer wieder erleben wir Bindungsträumer Eltern, die unsicher sind auf ihrem bindungs- und beziehungsorientierten Weg. Weil das manchmal einfach hochkommt, weil der Weg so ein Probieren und schritteweises Tasten ist, weil ihr Umfeld sie verunsichert und ihnen „Schuld“ gibt für Verhaltensweisen ihrer Kiner, die gesellschaftlich teilweise nicht so erwünscht sind o.ä. Diese Eltern brauchen Rückenstärkung, die sie sich auf ganz unterschiedliche Weise suchen, die ihnen manchmal sogar einfach nur die Kinder selbst geben, und gehen ihren Weg dann relativ unbeirrt weiter, mit breitem Kreuz und großem Herz.

Eine Mutter, die auch manchmal verunsichert wurde und war, erzählt Euch von einem Erlebnis, das sie – mal wieder – in ihrem Weg bestärkt hat:

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25 Aug

Schublade auf – ARSCHLOCKIND – Schublade zu!

Immer wieder stolpere ich irgendwo über den Begriff „Arschlochkind“. Nutzt den ein Comedian, ist er vielleicht noch igendwie lustig; nutzt ihn jemand im Bekanntenkreis, weiß man, welche Art von Verhalten da besprochen wird. Aber eigentlich mag ich den Begriff „Arschlochkind“ nicht.

Denn er klingt so nach Schublade, legt ein Kind fest und ist ein ungerechfertigter Stempel, der nur nach oberflächlicher Betrachtung vergeben wurde.

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13 Aug

Ergebnisse – wir wollen Ergebnisse sehen!

Du versuchst, Deinem Kind bedürfnisorientiert zu begegnen, und hast die Erwartung, dass Euer Alltag sich immer weiter entspannt, Ihr Euch gut versteht, Harmonie immer mehr bei Euch einzieht – aber das ist gar nicht so?! Wutanfälle, weil die Treppe zu lang ist, die Radtour zu kurz, die Limo zu gelb, die Hausaufgaben zu doof? Beißattacken, während Ihr eigentlich nur ein Buch lest oder Du das gewünschte Mittagessen kochst? Du wirst angeschrieen, während Du den bestellten Pulli am Reißverschluss schließt oder Ihr im Lieblingsschwimmbad seid?

Immer wieder begegnen mir Eltern, die dann frustriert sind. Natürlich!

Natürlich?

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29 Mai

Vom Abgrenzen und Nähesuchen

Mein Kind und ich hatten einen Streit. Nichts Großes. Man könnte auch eher Meinungsverschiedenheit sagen. Kurz vorm Zubettgehen. Wir diskutierten immer noch, als ich sie ins Bett begleitete, aber eigentlich war alles besprochen. Müde waren wir beide, brauchten Feierabend.

Sie setzte sich auf Ihr Bett, ihre Körpersprache sagte laut und klar: „Ich bin motzig. Ich brauche Abstand. Lass mich!“ Sie zog eine Grenze.

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24 Mai

Abschied oder Drama?

Ich liege platt im Liegestuhl. Wir sind im Schwimmbad. Der Kleine spritzt im Kinderbecken herum, der Große ist irgendwo unterwegs, auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Ich war eben einige Bahnen ziehen, dem Rücken etwas Gutes tun. Nun bin ich müder, als ich sein dürfte, aber unserem Besuch hier gingen mehrere Tage Migräne voraus – das macht k.o.

In mein Handtuch gewickelt dämmere ich fast weg, als plötzliches Schimpfen einer weinerlichen Kinderstimme mich wieder hochreißt: ein etwa 3 Jahre altes Mädchen möchte nicht nach Hause gehen!

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31 Mrz

Alles selbstbestimmte Tyrannen!

Während ich in eine dicke Wolldecke gewickelt an einem sonnigen, aber echt kalten Tag im Park neben unserem Picknickkorb sitze und die Blicke der anderen Erwachsenen zwischen Entrüstung, Belustigung und Neid schwanken, hat unser jüngstes Kind eben für eine Viertelstunde keine Schuhe getragen. Bei weniger als 10° und noch kühem Boden. Er wollte es ausprobieren: barfuß den Sand fühlen, klettern, die Rutsche hochlaufen, die Sonne austesten. Dann war es ihm doch zu kalt, er zog Socken und Schuhe wieder an und sauste erneut zum Spielen los.

Macht ihn sowas wohl mal zu einem Tyrannen? Weil ich nicht sage, wie der Hase läuft – wie „man“ es macht? Weil ich ihm nicht meinen Weg aus Decke, Stiefeln und Daunenjacke aufdrücke?

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08 Dez

„Ich hab‘ heute wieder nichts geschafft!“

„Ich habe heute wieder nichts geschafft!“ oder aber „XY hat gesagt, ich schaffe ja den ganzen Tag nichts wegen des Kindes. Ich fühle mich so schlecht.“ – wie oft höre ich solche Sätze während meiner Arbeit von Eltern, vor allem Müttern. Ich finde diesen Blick auf die „Bindungsarbeit“ so fürchterlich falsch, und versuche auch immer, das dann zu vermitteln. Weiterlesen