24 Mai

Abschied oder Drama?

Ich liege platt im Liegestuhl. Wir sind im Schwimmbad. Der Kleine spritzt im Kinderbecken herum, der Große ist irgendwo unterwegs, auf der Suche nach dem nächsten Abenteuer. Ich war eben einige Bahnen ziehen, dem Rücken etwas Gutes tun. Nun bin ich müder, als ich sein dürfte, aber unserem Besuch hier gingen mehrere Tage Migräne voraus – das macht k.o.

In mein Handtuch gewickelt dämmere ich fast weg, als plötzliches Schimpfen einer weinerlichen Kinderstimme mich wieder hochreißt: ein etwa 3 Jahre altes Mädchen möchte nicht nach Hause gehen!

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16 Mai

Die unsichtbare Nabelschnur

Fremdeln“ kennen wir alle, mal mehr, mal weniger stark ausgeprägt bei unseren Kindern, normalerweise eine Zeit lang im ersten Lebensjahr. Das haben wir akzeptiert und wissen meist, damit gut umzugehen: das Fremdeln wird nicht schneller verschwinden, wenn wir unsere Babys in dieser Phase dazu zwingen, zu Menschen auf den Arm zu gehen, zu denen sie nicht möchten, oder bei Leuten zu bleiben, die für sie keine engen Bezugspersonen sind. Am meisten hilft es unseren Kindern, wenn wir auf ihre Signale reagieren und ihnen Sicherheit geben.

Aber auch größere Kinder können ähnliche Phasen haben!

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04 Apr.

Streiten braucht Zutrauen

Oh ja, Geschwisterstreit ist und bleibt ein Dauerbrenner. Dabei ist das gar nicht so ein isoliertes, katastrophales Thema, wie es vielen oft erscheint, weil es eine Zeit lang den Alltag so zu bestimmen scheint. Es gehört ganz allgemein zum Gebiet des Konfliktlösens und betrifft außer Geschwistern untereinander auch (Einzel-)Kinder mit Freunden, Kinder in Spielgruppen oder Betreuungseinrichtungen, Kinder in Auseinandersetzungen mit ihren Eltern oder anderen Erwachsenen – und auch uns Erwachsene, ganz ohne Kinder.

Streiten will gelernt sein! Streiten ist wichtig und sinnvoll. Wer nie streitet, lebt hoffentlich als Einsiedler irgendwo auf einer verwunschenen Insel, denn sonst ist es recht sicher, dass er in Beziehungen steckt, die unausgeglichen sind. Dauerhafte Harmonie und immer gleiche Wünsche und Bedürfnisse sind sehr unwahrscheinlich.

Streiten kann eine große Chance sein, für jede Beziehung – wenn man es richtig macht.

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31 März

Alles selbstbestimmte Tyrannen!

Während ich in eine dicke Wolldecke gewickelt an einem sonnigen, aber echt kalten Tag im Park neben unserem Picknickkorb sitze und die Blicke der anderen Erwachsenen zwischen Entrüstung, Belustigung und Neid schwanken, hat unser jüngstes Kind eben für eine Viertelstunde keine Schuhe getragen. Bei weniger als 10° und noch kühem Boden. Er wollte es ausprobieren: barfuß den Sand fühlen, klettern, die Rutsche hochlaufen, die Sonne austesten. Dann war es ihm doch zu kalt, er zog Socken und Schuhe wieder an und sauste erneut zum Spielen los.

Macht ihn sowas wohl mal zu einem Tyrannen? Weil ich nicht sage, wie der Hase läuft – wie „man“ es macht? Weil ich ihm nicht meinen Weg aus Decke, Stiefeln und Daunenjacke aufdrücke?

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29 März

Babysitting – ein Fremder bei meinem Kind??

„Ich. Kann. Nicht. Mehr.“ Manchmal kommt man an diesen Punkt, und es hilft kein Tee, kein Wannenbad, kein Telefonat mit der besten Freundin. Manchmal klebt das Kind dauerhaft an einem und man wünscht sich, alleine oder auch als Paar, Hilfe. Entlasung!

Glück ist, wenn man dann Familie in der Nähe hat, der man den Nachwuchs auch noch mit einem guten Gefühl anvertrauen kann. Aber: wie viele haben dies nicht und müssen an fremde Hilfe denken.

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26 März

Pfützen sind doch auch nur Wasser

Regen. Am Sonntag. Wie schön wäre es jetzt, nur auf dem Sofa zu liegen, zu malen, zu lesen, zu kuscheln, Kakao, ein bisschen fernsehen – Hauptsache nicht raus.

Die Grundschullehrerin unseres Größten sagte immer, sie merke montags genau, wenn so ein Sonntagswetter war, weil ganz viele Kinder sich tatsächlich zu wenig bewegt hätten. Als unsere drei Kinder alle im Kindergarten- und Grundschulalter waren, wäre das aber definitiv nicht gegangen. Wir hätten uns alle irgendwann nur noch angeschrien und Türen zugedonnert oder ähnliches.

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06 Feb.

Wenn die Liebe geht – muss noch Liebe übrig bleiben

Als mein Telefon klingelte und sich jemand vorstellte mit „Ich bin Redakteur beim SWR Fernsehen fürs Nachtcafé,“ habe ich erstmal eine ganze Weile an einen Scherz geglaubt. Aber schließlich wurde klar, dass es keiner war. Mein hier im Blog veröffentlichter Text Dein Trennungskind – braucht Dich hatte dazu veranlasst, mich als Autorin in die Fernsehsendung „SWR -Nachtcafé“ zum Thema „Wenn die Liebe geht“ einzuladen, um meine Geschichte zu erzählen. Unser Verein war sehr stolz, dass unser Text so positiv und breit gesehen wurde – von frisch getrennten Eltern, die sich bedankten für Inspiration und Kraft, von anderen, heute erwachsenen Trennungskindern und eben von der Nachtcafé-Redaktion.

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11 Jan.

Der Windwürst und das Abstillen

Eine Geschichte vom Abstillen. Zum Selbstlesen für Mütter – und Väter! – mit kleinen oder großen Kindern. Und zum Vorlesen für größere Kinder, die noch gestillt werden, im Abstillprozess sind oder abgestillt wurden.

Hallo! Wer bist Du denn? Ich bin der Windwürst. WIND-WÜRST. Jaja, das kenne ich schon, dass alle nochmal nachfragen, bei dem ungewöhnlichen Namen. Ich mochte ihn zuerst auch gar nicht, aber inzwischen bin ich ganz zufrieden.

Ich bin ein kuscheliger Elefant aus Plüsch und gehöre einem Mädchen namens Katinka. Sie hat mich gleich zur Geburt bekommen, und ich war fast immer an ihrer Seite. Ich saß auf ihrer Babydecke oder lag mal auf einer Sessellehne, während sie gestillt oder in den Schlaf gekuschelt wurde. Manchmal durfte ich sogar mit in den Autositz, wenn sie mit ihren Eltern einen Ausflug machte – das war aufregend! Und sobald sie richtig greifen und halten konnte, hielt sie mich fest: immer am Rüssel.

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26 Dez.

Bindungsträumer leben Bindungsrealität

Bindungsträumer, also unsere Vereinsmitglieder, haben eines gemeinsam: die Haltung den Kindern, aber auch der ganzen Welt gegenüber, wie sie in unserem Manifest festgeschrieben wurde. Wir versuchen, in unseren Familien gleichwürdig und wertschätzend zu leben. ABER: das hört nicht an der Haustür auf. Wenn man Vereinsmitglieder persönlich trifft, spürt man das – und dieses Gefühl überhaupt bei Menschen zu haben, denen man begegnet, ist ein großartiges. Weiterlesen

14 Dez.

Der Wichtel mit dem kalten Herz

Liebe L. S.,

mein Name ist Linda, und ich bin ein Weihnachtsengel. Ich arbeite in der Werkstatt des Weihnachtsmanns. Hast Du schon mal davon gehört? Hier werden tolle Sachen gebastelt, gebacken, getischlert, dekoriert… Wir sind ein riesiges Team. Bei uns gibt es nicht nur Engel wie mich, sondern auch Zwerge mit langen Bärten, Gnome mit lustigen Nasen, Elfen mit spitzen Ohren, Trolle (mit schrecklich vielen schleimigen Popeln in der Nase – darum dürfen die auch nicht backen!) und viele, viele winzig kleine Weihnachtswichtel. Die haben so kleine Hände, dass sie manche Dinge nicht gut machen können, bei anderen aber wiederum nahezu perfekt sind. Zum Beispiel rollen sie die klitzekleinen Zuckerperlen, die ich so gerne in kunterbunten Farben auf meine Plätzchen streue. Und sie schreiben auch wunderbare Briefe an Euch Menschenkinder.

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