06 Juli

Wem die Stunde schlägt… – Was braucht mein (Vor-)Schulkind?

Zurzeit werde ich am häufigsten mit Fragen zu den Bereichen Einschulung, Vorschulalter, „Zahnlückenpubertät“, Schulwahl, erstes Schuljahr, Klassenkameraden, Klassenlehrer und diesem ganzen Feld konfrontiert. Die Unscherheit ist groß, Ängste sind da, Sorgen – tatsächliche und von außen herangetragene. Ich habe mit vielen Familien gesprochen, verschiedene Kinder kennengelernt, bin ganz unterschiedlichen Temperamenten begegnet und sehr verschiedenen Fragestellungen.

Anfangs waberte in meinem Kopf die nebulöse Idee, ich könnte einen Text darüber verfassen, was beispielsweise die kognitive und emotionale Entwicklung mit 5, 6, 7 Jahren in etwa anbelangt, wie weit Kinder dies und das schon können und wo sie leicht überschätzt oder auch unterfordert sein können, wie man ihnen begegnen und helfen könnte – vielleicht hinsichtlich der Impulskontrolle und der Selbstregulation, der Kooperation oder der Kommunikation mit Gleichaltrigen.

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22 Mai

ROOOOAAARRRRR! – Löweneltern brauchen wir.

Ich weiß gar nicht mehr, wann ich es zuerst geschrieben habe … da ging es um mich und wie ich mich empfunden habe. Es war ein Moment der Erkenntnis:

„Ich war eine Löwenmama!“

Mir waren alle anderen egal – ich habe nur mein Kind gesehen und gekämpft.

Und inzwischen schreibe und sage ich es ganz oft zu anderen Eltern: „Sei stark, trau Dich, schau nur auf Dein Kind! Steh hinter ihm, sei eine Löwenmama / ein Löwenpapa! Sag, was es braucht. Sag klar und deutlich, was Ihr wollt! Sag, dass Du es liebst, egal, was los ist, egal, was es vielleicht gemacht haben mag.“

Ich habe ein ganzes Stück Weg gebraucht, aber bin mit meinen Kindern wunderbar da hineingewachsen. Sie haben mir gar keine andere Möglichkeit gelassen. Diese kleinen Wesen, die noch nicht selbst für sich sprechen und einfordern können. Die erst nur weinen und schreien, dann durch Gesichtsausdrücke, Wutanfälle, Schubsen oder Beißen, „unangepasstes Verhalten“, sogenanntes „Sich-nicht-an-Regeln-Halten“ und Auffallen zeigen, dass etwas nicht stimmt. Die dann in der Außenwelt immer wieder auf Unverständnis treffen.

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21 Mai

Rosawattewolken – „peinlich“ kann ein Fremdwort sein!

Kinder SIND Lachen! Durch und durch. Wenn man sich ganz auf sie einlässt und in ihre Welt abtaucht, wenn einem egal ist, was die Welt eventuell vielleicht womöglich gegebenenfalls unter Umständen über einen denken mag und einfach mitmacht…

Ich habe heute fast nur Zeit mit unserem Jüngsten verbracht, und die war wirklich wunderschön. Zum Glück hatten wir keinerlei großen Zeitdruck durch irgendwelche äußeren Umstände und keinen Diskussionsbedarf durch Geschwister oder Freunde. Die Schule war früh zu Ende, für das bisschen Programm, was anstand hatten wir viel Zeit und konnten uns da hindurch treiben lassen.

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18 Mai

Attachment Parenting im privaten und beruflichen Alltag – ein Interview mit Kira Schlesinger und Kathrin Borghoff

Im Rahmen unserer Blogkategorie „Was ist AP (für Dich)?“ spüren wir dem Begriff Attachment Parenting nach – und zwar möglichst praktisch. Was bedeutet er Menschen, was passiert wirklich in ihrem Alltag, was macht er aus in ihrem Leben, in ihrer Haltung den Kindern gegenüber, in der familiären Atmosphäre? Was passiert aber vielleicht auch, wenn die Menschen mehr wollen: AP bekannter machen, in die Welt hinaustragen, damit noch mehr Familien davon profitieren, was sie erleben, spüren?


Wir haben Kira Schlesinger und Kathrin Borghoff getroffen. Beide sind Mitglieder im Verein Bindungs(t)räume, beide sind Herzblut-AP-ler und beide haben gemeinsam die FEBuB erschaffen! Das ist die erste Familienkonferenz für Elternschaft, Bindung und Beziehung in der Mitte von Deutschland, nämlich in Bochum. Sie wird am 18. und 19. November 2017 Premiere haben und so großartige Referenten wie Nora Imlau, Herbert Renz-Polster, Susanne Mierau, Katja Seide und André Stern zusammenführen sowie spannende Aussteller bieten und richtet sich genauso an Fachpublikum wie auch an Familien.

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15 Mai

Wie lange darf es dauern, bis aus Wurzeln Flügel werden?

Was ist das für eine Frage: Wie lange darf es dauern, bis aus Wurzeln Flügel werden? Wie lange dürfen unsere Kinder unsere Begleitung suchen / brauchen, bis sie selbständig und sicher in die Welt marschieren? Wir Eltern würden uns das von alleine vermutlich viel, viel seltener fragen, wenn unser Umfeld uns diese Fragestellung nicht immer wieder vor die Nase halten würde.

Wie lange schläft er noch bei Euch im Bett? Wie lange begleitest Du sie noch auf Kindergeburtstage? Wie lange wird er noch brauchen, bis er seine Wut in den Griff bekommt und nicht mehr zubeißt und Du immer dazwischen gehen musst? Wie lange wird sie noch benötigen, bis sie selbst ihre Freundin anrufen und um eine Verabredung zum Spielen bitten kann? Wie lange musst Du noch daneben sitzen, bis er seine Hausaufgaben endlich alleine schafft? Wie lange willst Du noch seine Probleme für ihn mit dem Fußballtrainer klären?

Manchmal geht es ganz plötzlich mit den Flügeln… Das kann wunderschön und schrecklich sein. Davon möchte ich erzählen. Und Mut machen, die Fragen und den kritischen Blick der anderen zu ignorieren. Denn es dauert so lange, wie es eben dauert. Ihr habt das Potential Eures Kindes im Blick und seine Bedürfnisse. Beides Hand in Hand gesehen zeigt Euch, wie lange es das Wurzelgießen und -düngen braucht.

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09 Mai

Gemeinsam finden wir Dein Glück – nicht meins!

Unsere Kinder werden immer wieder Dinge probieren und beginnen, die nach kurzer Zeit keinen Spaß mehr bringen, sondern zur Herausforderung werden. Oder sie werden sich Dinge vornehmen, auf die sie keine Lust mehr haben, wenn es dann soweit ist.

Je nach Naturell werden die einen dann sofort aufgeben bzw. nicht hingehen wollen, die anderen werden uns vielleicht erstmal um Hilfe bitten, aber dann auch tendenziell eher ein Ende suchen, und wieder andere werden sich langwieriger durchbeißen – Unterschiede, wie man sie bei uns Großen auch findet.

Wie kann unsere Elternrolle aussehen, wenn unser Kind aufzugeben scheint und in einem Moment die Lust auf etwas anderes größer ist als das Durchbeißenwollen? Vor dieser Frage steht man gar nicht selten: zieht man den Schwimmunterricht bis zum Ende durch trotz Schwierigkeiten, ist es nur Missmut oder ist es Angst, geht man wieder und wieder zur Klavierstunde trotz Unlust, trifft man sich nochmal mit der nicht so gut passenden Freundin, fährt man zur Geburtstagsfeier trotz der netten Zeit gerade im Garten…?

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02 Mai

Mach es wie ich! – Von wegen!

In vielen Gesprächen und Beratungen berichtet mir ein Elternteil davon, dass der Partner nicht genauso dem Kind begegnet, wie er selbst es tun würde. Meist ist der Berichtende derjenige, der mehr Zeit mit dem Kind verbringt, es tatsächlich oft besser kennt, besser versteht, sein Tun besser zu deuten weiß. Es wird dann mit dem unverstandenen Kind gelitten, gewünscht, es möge „einfach“ so agiert werden, wie man selbst es täte – gewünscht im Stillen oder auch laut ausgesprochen in der Situation, was (natürlich) häufig zum Streit führt.

Der andere ist gegenüber dem Kind und seinem Tun in diesen besagten Momenten manchmal einfach hilflos, versteht es nicht, hat regelrechte Fragezeichen in den Augen, einfach weil er weniger Zeit mit ihm verbringt und / oder weil er in der Bindungshierarchie auf dem zweiten Platz steht. Er probiert dann aus, begreift nicht, scheitert womöglich mit seinem Weg – wird manchmal vielleicht sogar sauer, laut, frustriert, unfair.

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28 Apr.

Und wenn das Familienbett nicht (mehr) funktioniert?

Das Familienbett kann ein großartiger Fixpunkt zu Hause sein und das Schlafthema zu einem Nicht-Thema machen. Es ist einfach da, Schlafen gehört dazu, ohne Kämpfe, ohne Stress, ohne nächtliches Gewander, Rufen und Suchen. Alle sind am gleichen Ort, sind sich nah, kommen in etwa in gleiche Rhythmen.

Doch was ist, wenn das Familienbett auf einmal nicht mehr für alle die richtige Lösung ist? Wenn ein Elternteil trotz größtem Matratzenplatz immer Füße im Rücken hat und kontinuierlich wach wird oder Schmerzen spürt, weil er so krumm liegt? Wenn ein Geschwisterkind immer wach wird, weil ein anderes nachts mehrfach lauthals aufschrecken? Wenn einer der Schläfer morgens immer übermüdet ist, weil ein anderer schnarcht? Wenn die Schlaf-Wach-Rhythmen so gar nicht mehr harmonieren wollen – oder die Wünsche nach Dunkelheit und Beleuchtung?

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26 Apr.

Seht Ihr Euer Kind und vertragt seine Wahrheit?

In unseren Texten Belohnungssysteme gegen Wutausbrüche – Deckel drauf und gut? und Ja zum Nein! Von Herzen sowie auch an vielen anderen Textstellen sind wir darauf eingegangen, wie wichtig es ist, Kinder zu ermuntern, ihre Gefühle zu äußern, und eine Atmosphäre zu schaffen, in der alles sagbar ist: Wut, Angst, Glück, Unsicherheit, Freude, Unwohlsein, Fragen, Kritik – auch an uns Eltern…

In Gesprächen, Beratungen, im eigenen Erleben und im Austausch mit Freunden ist klar geworden, dass wir hier noch einmal tiefer gehen möchten. Wir möchten den Finger nochmal genau auf die Punkte legen, die unseres Erachtens das Wohl der Kinderseelen ausmachen, aus denen offene, gesunde und starke Erwachsenenseelen werden sollen. Denn das ist doch, was wir uns alle wünschen, was erwachsen soll aus der guten Bindung, den Wurzeln, die die Kinder bei uns haben: Selbstvertrauen, Flügel!

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24 Apr.

Beikostreife – Der Fachmann ist das Kind!

In der Auflistung der häufigsten Themen, nach denen Eltern im ersten Lebensjahr ihres Kindes fragen, kommt dicht gefolgt hinterm Schlafen: das Essen. Manche Kinderärzte machen Druck, einige Verwandte fragen immer wieder, gerade bei Stillkindern, weil sie so gerne auch mal füttern möchten, wir Eltern selbst sind unsicher, da es Phasen gibt, in denen das Kind nicht mehr satt zu werden scheint oder plötzlich von unserem Essen magisch angezogen wird.

Sollen wir loslegen oder lieber noch nicht? Was passiert, wenn wir warten – riskieren wir mit einem eher späten Beikoststart schlimme Mangelerscheinungen oder Probleme bei der Essmotorik? Und wenn wir doch begonnen haben, aber es funktioniert eher schlecht: dürfen wir dann wieder aufhören – oder wäre das schon die erste, schreckliche Inkonsequenz, die wir ja nicht zeigen dürfen? Ach, und was ist, wenn es wunderbar funktioniert und unser Baby mit Begeisterung isst, aber sein Verdauungssystem katastrophal reagiert und wir dauernd Schmerzsymptome behandeln müssen?

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